Die letzten zwei Tage und Fazit
Tag 16 - 28.07.25
Für vormittags war noch trocken vorhergesagt, so dass ich nach einem gemütlichen Frühstück zu Fuß zum Kirkjufell aufbrach. Der markante Berg durfte auch schon in Filmen mitspielen. Bin mir nicht mehr sicher, obs Game of Thrones oder Herr der Ringe war. Es wurde zwar nicht direkt dort gedreht, aber der Berg via Greenscreen in die Szene eingefügt. Ich hatte ihn ständig im Blick, als ich gemütlich zuerst direkt an der Straße, dann auf einem breiteren Schotterweg parallel zur Straße bis zum Wasserfall schlenderte, der direkt gegenüber ist. Die Schafe waren hier auffallend "zahm". Also nicht, dass man sie hätte anfassen können, aber sie flüchteten nicht gleich, wenn man mit zwei Meter Abstand an ihnen vorbeiging. Zwei Schafe waren sehr nah an der Leitplanke der Straße und schauten auch ständig rüber. Ich forderte sie freundlich auf, doch lieber weiter zurück in die Wiese zu gehen, die Straße wäre gefährlich. Sie schauten mich nur verständnislos an und rührten sich nicht vom Fleck. Ich mutmaßte, dass sie kein Deutsch verstehen. 😉 Plötzlich kam von der anderen Straßenseite ein lautes MÄÄÄÄH MÄÄÄÄH und dann galoppierte ein Schaf über die Straße. Eine Weile musste es auf der Straße entlanglaufen, bis die Leitplanke zuende war. Habt ihr schon mal ein Schaf auf euch "zuhüpfen" sehen? 🤣 Wenn alle vier Beine in der Luft sind und man nur den runden wolligen Körper über der Straße schweben sieht? 🥰 Ich hätte es soooo gerne auf Foto oder Video gehabt, war aber zu langsam. Als es bei den anderen zwei Schafen angekommen war, checkte ich, dass das die Mama und die Lämmer waren. Ein Lamm war sehr froh, dass die Mama wieder da war! 😁
Beim Parkplatz und dem besten Aussichtspunkt auf den Kirkjufell war einiges los. Er gehört zu den meist fotografiertesten Bergen Islands. Es gibt quasi fast niemanden, schon gar keine Ausflugsbusse, die daran vorbeifahren. Er ist aber auch wirklich hübsch:
Unten am Fluss ist alles platt getreten und zertrampelt. Aus diesem Grund wurde ein Weg angelegt und mit Seilen abgesteckt. Leider interessiert das nicht alle. 🙄 In vollem Bewusstsein, denn es wird ja über das Seil gestiegen, wird weiterhin zertrampelt, was sich so gerne erholen würde. Sogar den Kindern wurde drübergeholfen. Und wenn die Ersten drüber sind, folgen die Nächsten. Wie die 🐏🐑🐏🐑. Ich fragte mich, ob das Foto von fünf Metern weiter rechts jetzt tatsächlich so viel besser geworden ist...
Auf dem Rückweg hatte ich einen sehr schönen Blick auf Grundarfjördur und ich beobachtete wieder die (richtigen) Schafe. 😉
Ein Schafspopo ist einfach so was Süßes! 🥰
Meine Freunde, die Seeschwalben, waren auch wieder zahlreich vertreten. Die Jungen sind flügge und werden von den Eltern noch gefüttert. Gott sei Dank kamen wir uns nicht in die Quere. 😅
Bevor ich in mein Apartment ging, schaute ich noch im Café meiner Gastgeber vorbei. Jeder Gast bekommt täglich zwei Kaffee ☕️ umsonst. 😃 Finde ich eine sehr schöne Idee. Da es die ersten beiden Tage aufgrund der Öffnungszeiten nicht geklappt hat, wollte ich zumindest an meinem letzten Tag vorbeischauen. Es war ein kleines süßes Häuschen, innen detailverliebt eingerichtet. Ich stellte mich bei Marta vor und durfte mir einen Kaffee aussuchen. Ich nahm noch ein Stück Kuchen dazu und als ich es zahlen wollte, fiel mir auf, dass ich mein Geld in der Unterkunft vergessen hatte. Peinlich! 🙈 Aber Marta meinte, dass es okay wäre und ich beruhigte mein Gewissen damit, dass ich meinen Kaffee vom Vortag ja nicht abgeholt hatte. 😅
Auf dem Heimweg fing es an zu regnen und zu stürmen. Laut Wetterbericht sollte es die nächsten Tage so bleiben.
Tag 17 - 29.07.25
Jep, es regnete und stürmte immer noch, als ich am nächsten Morgen aufwachte. Die umliegenden Berge hatten sich in graue Wolken gehüllt. Marta meinte am Vortag, dass sie für den Tag keine Nachmieter hätte und ich ruhig länger bleiben dürfte, wenn mir das helfen würde.
Wie war mein Plan? Spätestens um 20h musste ich meinen Mietwagen zurückgeben, um 0.15h ging mein Flug. Ich sparte mir eine Übernachtung und somit rund 300 EUR. 😅 Das war mir der Nachtflug wert. Ich wollte nochmal nach Reykjavik und bei schönem Wetter zu dem Parkplatz, von wo aus man den Vulkan von hinten sehen konnte. Aber der Regen machte mir einen Strich durch die Planung.
Um 13h brach ich auf und bis ich alles im Auto verstaut hatte, war ich gut nass geregnet. 😅 Die Fahrt über den Berg war dann nicht soooo angenehm. Windböen ließen mich das Lenkrad fest umklammerm, dass ich beinahe Krämpfe in den Fingern hatte. Dazu regnete es so stark, dass die Scheibenwischer Mühe hatten, das Wasser wegzubekommen. Der Nebel aufgrund der Wolken tat sein Übriges dazu. Aber alles ist gut gegangen und im Flachland wars wieder besser.
Gegen 16h war ich in Reykjavik und manchmal ist es schon faszinierend: Als ich zur Kirche hochlief, hörte es auf zu regnen und es blieb so lange trocken, bis ich nach circa zwei Stunden wieder ins Auto einstieg. 🙏👍
Ich zündete mein Abschieds- und Dankeskerzlein an, kraulte Ófelia 🐈 den Rücken, erstand noch das ein oder andere Souvenir, genehmigte mir einen Hotdog, sog die Atmosphäre nochmal tief in mich ein - und dann machte ich mich auf den Weg zum Flughafen. 🥹
Der Angestellte der Mietwagenfirma konnte keine sichtbaren Schäden an meinem treuen Auto erkennen 😅 und gleich danach fuhr er mich zum Flughafen. Ich kam gegen 19.30h dort an.
Jetzt nur noch den Koffer abgeben, durch die Kontrolle und dann ein gemütliches Plätzchen suchen - dachte ich. Der Automat spuckte mir kein Kofferband aus und bei der Information erfuhr ich, dass ich dieses erst bekommen könnte, wenn der Check-In gestartet wäre und sie nannte mir 22h. 🙄 In der Eingangshalle des Flughafens gab es wenig Sitzplätze, so dass ich mir eine Wand neben den Kofferwägen aussuchte und dort am Boden platznahm. Ich werde zu alt für sowas. 🤣 Lange Rede kurzer Sinn: Gegen 21h versuchte ich nochmal mein Glück, bekam das Kofferband, gab meinen Koffer ab und war kurz darauf ohne Probleme durch die Kontrolle. Im Dutyfree-Shop deckte ich mich mit handgemachter isländischer Schokolade 🍫 🍫 🍫 🍫 🍫 ein. An der Kasse wurde mir eine Tüte angeboten. Nein, danke, ich wollte alles im Rucksack verstauen. Wem sind fast alle Tafeln auf dem Weg zum Tisch, wo ich sie einpacken wollte, runtergefallen?! 🤣
Die Zeit hatte ich dann noch gut rumbekommen und ziemlich pünktlich starteten wir Richtung München. Von meinem Fensterplatz konnte ich noch ein bisschen Land erkennen und tschüss sagen, bis uns die Wolken verschluckten. 🥹
Fazit
Es war ein rundum gelungener Urlaub! Keine meiner Ängste sind eingetroffen, weder Auto noch Handy hatten mich im Stich gelassen. 😅 Auch die Fähre hatte ich bravourös gemeistert. 💪
Wie wars alleine? Ja, Carlos, ich war nicht ganz allein... 😉 Es ging mir sehr gut! Ich bin sehr gut mit mir klar gekommen. Zwei Mimimi-Tage - die sein dürfen - einmal Anlehnungsbedürftigkeit beim Vulkan, ansonsten nur gute Laune und voller Tatendrang. 😃 Würde ich es wieder machen? Vielleicht nicht gezielt von vornherein alleine planen, aber wenn es sich nicht anders ergibt: Ja, ich würde auch wieder alleine fahren.
Habe ich von Island jetzt "endlich" genug? Ein klares spontanes NEIN! 😁 Ich bin gespannt, ob der Moment mal kommt, in dem ich ins Flugzeug steige und denke: "Okay, das wars."
Die gesamten Kosten habe ich bis jetzt nicht zusammengerechnet und werde es auch nicht mehr tun. 😅 Es war jeden Cent wert und dieses Gefühl reicht mir.
Trotzdem ein paar Zahlen fürs Gefühl:
1 Liter Benzin Super: zwischen 2 EUR und 2,20 EUR, je nach Ort und Tankstelle. Island ist beim Sprit wohl weltweit das zweitteuerste Land.
170 gr Skyr: 3,15 EUR - nicht überall, aber das war mein Teuerster
6 Stück Tomaten: 10 EUR - auch nicht überall
125 gr Himbeeren (nur gesehen, nicht gekauft): 8 EUR
Ich bin in den 17 Tagen insgesamt genau 3170 Kilometer gefahren. Immer wieder faszinierend, wie viel da zusammenkommt. Soooo klein ist die Insel dann doch nicht. 😊


















































































































































































































Die ersten Einwohner, die uns auf Flatey begegneten, ein süßer Papageientaucher, das Gemälde von Jesus, die Attacke auf Gela, die ich zufällig fotografiert hatte und der Ort von Flatey.







































































































